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Bericht von Jerzy Zenon Zenowicz


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ARCHIV DES VERBANDES DER PFANDFINDERWIEDERSTANDSBEWEGUNG
"SZARE SZEREGI" (?Graue Reihen")

Jerzy Zenon Zenowicz
Geboren am 16.05.1929 in Warschau
Der Sohn von Piotr und Anna, Mädchenname Rutkowska
Adresse in der Besatzungszeit: Chmielna Straße 104
In der Untergrundbewegung Mitglied von "Szare Szeregi" (?Graue Reihen") mit dem Decknamen "Małpa" (?Affe"), während des Warschauer Aufstands Austräger der Aufstandspresse.

     [...] Aus dem Warschauer Aufstand ging ich am 1. Oktober 1944 zusammen mit meinen Eltern heraus; wir wurden in die Richtung von Westbahnhof geführt. Von dort aus wurden wir mit einem Güterzug nach Ursus transportiert, dann gingen wir zu Fuß nach Pruszków. Aus Pruszków wurden wir weiter nach Breslau Bürgwaide und von dort aus nach Breslau Nikolaito - Wrocław Mikołajów in die Eisenbahnwerke "Lichman Hofman Werke AG" transportiert.
     In Deutschland arbeitete ich beim Transport. Wir fuhren Kaffe und Suppen in Kannen für andere Polen aus, die bei unterschiedlichen Arbeiten eingestellt wurden. Einmal ging ich zum Hauptbahnhof in Wrocław (Breslau), um Krakauer Geld gegen deutsche Mark zu wechseln. Ich habe das Geld gewechselt. Als ich aus der Wechselstube ausgegangen war, ging einer der deutschen Zivilisten auf mich zu. Er verlangte nach meinem Ausweis, ich hatte aber nur meinen Schulausweis dabei, und so wurde ich am 16. Oktober 1944 verhaftet. Ich wurde zur Bahnschutzpolizei geführt. In der Nacht wurde ich gefesselt und in ein riesengroßes Gefängnis der Kriminellpolizei Stadt Breslau geführt. Dort, nachdem ich in vielen Zellen gewohnt und viel erlebt hatte, gelang ich in die Zelle 212, zwei Stockwerke unter der Erde. 
     Ich wurde verhaftet unter dem Vorwurf, nach Deutschland fliehen zu wollen. Die Erklärungen, dass ich nur das Geld wechselte, dass hier meine Eltern sind: die Mutter in einem Lager und der Vater in einem Krankenhaus für Tuberkulosekranken in Breslau Odertor, halfen nichts. 
     In dieser Zelle gab es sechs Verhaftete: zwei Japaner (wegen Beziehungen mit deutschen Frauen verhaftet), zwei Franzosen (derselbe Vorwurf), ein Pole (weil er nach Deutschland fliehen wollte), ein Russe (wegen Lebensmitteldiebstahls) und ich - wegen Fluchtversuches. Dank der russischen Offensive am 17. Januar 1945 wurde ich aus dem Gefängnis entlassen und in ein Lager transportiert. Von dort aus wurde ich zusammen mit meinen Eltern nach Deutschland evakuiert.
     Inzwischen erlebte ich einige Flächenbombardierung von 900 - 1200 angloamerikanischen Viermotorflugzeugen. So bin ich nach Ostreich angetroffen, dann nach Malnitz, aus Malnitz zum Arbeitskommando 371 Sandkreis Kronach. Meine Nummer dort war 105835. Von dort aus wurde ich wieder nach Malnitz geführt, wo wir von den Engländern am 4. Juni 1945 befreit wurden.

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  Das Projekt ist vom Museum der Stadt Warschau in der Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv der Stadt Warschau und der deutschen Stiftung niederschsischen Gedenkstätten realiziert