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Bericht von Halina Stępień


      Am Ende unserer Fahrt war Dachau. Die Menschen hatten schreckliche Angst, sie wussten nicht, was mit ihnen passieren würde. Ich wusste damals nicht, was ein Lager war.
     Wir wurden zur Überprüfung von Haaren und Kleidung geführt, aber wir blieben in unseren Sachen. Wir wurden in einer Baracke untergebracht, die in der Hauptstraße stand. Das war die letzte Baracke an der rechten Seite, gleich bei dem Zaun. In der Baracke standen Etagenpritschen, auf denen Strohsäcke und Decken lagen. Ich hatte einen Platz unten, zusammen mit meiner Mutter. Als Andenken machte ich eine Inschrift an der Wand. In dem Lager verbrachten wir nicht viel Zeit, nur einige Tage. Meine Mutter nannte diese Zeit: Quarantäne. Ich war schwer krank: hatte Durchfall aber es gab keine ärztliche Behandlung. Die Deutschen gaben uns Minze. Ich kann mich noch an lange, endlose Warteschlangen nach Suppe, Minze, Brot, gekochte Kohlrüben erinnern.
     Die Frauen, die im Lager waren, arbeiteten außerhalb von dem Lager bei den deutschen Bauern. Sie arbeiteten auf den Feldern bei Kartoffelernte und brachten Kohlrüben und Karotten mit. Meine Mutter wurde in die Arbeit nicht genommen. Die Deutschen sagten, sie wäre alt, und dabei war sie am Kopf verletzt. Sie war 50, hatte aber nur graue Haare, war sehr klein und zierlich.    
     Wir warteten alle darauf, in den Lager versetzt zu werden, wo man Menschen tötete. An einem Tag fing jedoch die Anwerbung für einen Arbeitslager in Tirol an. Einige Kleinfamilien wurden eingeschrieben. Meine Mutter meldete uns gerne, obwohl sie nicht wusste, was dort zu erwarten war. Wer diese Anwerbung organisierte, aus welchem Befehl oder welcher Anfrage, das wissen wir bis heute nicht.

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Zusätzliche Dokumente
         
   
   

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  Das Projekt ist vom Museum der Stadt Warschau in der Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv der Stadt Warschau und der deutschen Stiftung niederschsischen Gedenkstätten realiziert