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Bericht von Halina Paszkowska


Halina Paszkowska geb. Lewicka                                                       MHW/E 139

     Ich bin am 8. Marz 1932, in Warschau, in dem Wohnviertel Czyste, in der Dworska Str. 7 Wohnung 37 geboren.
     Als am 1. August 1944, um 17 Uhr brach bei uns Aufstand aus, war ich in meiner Wohnung. In unserem Haus sind wir zum 13. August (Sonntag) geblieben, dann während der Pazifizierung unserer Strasse, habe ich mich mit meinen Eltern in der Korkenisolierungfabrik versteckt, die sich unserem Grundstück gegenüber befand. 
     Während der Pazifizierung von Wola, am 20. August, wurden wir von SS Formationen in Richtung Pruszków vertrieben und auf dem Weg zu den Vororten sind wir dank Wunder der Erschiessung entgangen. Unterwegs habe ich auf der Bem Strasse erschossene Menschen und verbrannte Babys gesehen. Ich habe in Flammen stehendes Pferd gesehen (der mit dem Draht gefesselt wurde und mit dem Holz behauen wurde). Auf dem Bem Strasse standen SS-Männer an den Tischen, die mit weissem Papier bedeckt wurden, auf denen Silberschalen mit den Kuchen standen und boten uns, die unter Pistolen gejagt wurden, diese Kuchen an. Es hat sich erwiesen, dass sie versuchten, einen Film zu drehen. Leider ging das nicht nach ihrer Idee, weil jeder von uns, als an den Tisch vorbeigegangen ist, hat den Kopf in andere Richtung gedreht.  In der Nähe haben sie die Menschen erschossen, (was sie natürlich nicht gefilmt haben.)
     In Pruszków haben sie uns in Güterwaggons gedrengt und  verplompt, dann sind wir ein paar Tage nach Deutschland gefahren, zu einem Übergangslager in Bittenheim, in dem wir einen Monat lang eine Quarantane durchgemacht haben. Dann wurden wir in Gruppen geteilt. Unsere Gruppe wurde nach Stuttgart gebracht. Nach der Ankunft in Stuttgart hat dort ein Sklavenmarkt stattgefunden. Wir wurden abbetastet, geklopft, man hat sich unsere Zahne angeschaut. Untersuchungen dieser Art haben die Unternehmensdirektoren in Anwesenheit von Gestapo Leute gemacht. 
     Das alles hat beim starken Regen, auf der Eisenbahnrampe stattgefunden. 
     In Stuttgart habe ich (als zwölfjahriges Kind) in Rüstungfabrik - Kugellagefabrik "Norma" (Kugellagerfabrik) in Kanstadt (Wohnviertel) gearbeitet. Die Arbeitsbedingungen waren schrecklich, die ganze Bearbeiting der Kugellager ist in Petroleum stattgefunden. Hände und Unterarme meiner Mutter wurden durch Petroleum bis an die Knochen  angefressen. Nach dem 6 monatigen Aufenthalt hat sie 38 Kilo gewogen. (...) Ich habe Ausschlag auf dem ganzen Körper bekommen und schreckliche Wunden unter den Armen, auf den Beinen hatte ich Abszesse in Nussgrosse.
     Wir konnten keine medizinische Hilfe bekommen, weil wir Sklaven waren. Die Fabrik unterlag dem Rüstungswirtschaft und die Bediengungen waren so wie in einem Lager. Ernährung war nicht ausreichend, wir haben Hungerportionen bekommen, es gab Terror und die ständigen Bombenangriffe der Allierten.
     Vor der Befreiung, die am 19. April 1945 stattgefunden hat, liessen uns unsere "Betreuer" in einem Bunker sitzen, der sich in einem Berghang befand, der kalt und feucht war, ohne Essen. Weil wir nicht gearbeitet haben, dann gab es auch kein Essen! Es gab Gerüchte, dass sie uns dort vernichten wollten, aber die schnelle Invasion der Allierten hat diese Pläne durchkreuzt.
     Nach der Befreiung waren wir in einem Sammellager in Ludwigsburg. Der Lager hat den Namen Washingthon und ich wurde dort von amerikanischen Ärzten behandelt. Im November 1945, mit dem ersten Transport, der abgefahren ist, bin ich nach Polen zurückgekommen. Weil es in Warschau nichts gab und alles verbrannt war, haben sich meine Eltern in Lodz niedergelassen.     
     Die Eltern haben sich getrennt, weil sie diese Lebensprobe nicht ausgehalten haben. Dort, in Deutschland ist zu dem Ehebruch gekommen. Ich versuchte, mich weiter zu bilden, aber ich habe nur das dritte Semester des Gymnasiums absolviert dh. die neunte Klasse. Ich war mit meinen Nerven am Ende, mein Leben lag in Trümern. Geliebte Stadt war verbrannt, Familie zerstört. Unmenschliche Bedingungen des Aufenthaltes im Lager, Unterernährung, Arbeit - all das haben meine Gesundheit ruiniert.
     Im Jahr 1950 habe ich geheiratet, ich habe 2 erwachsene Kinder.
     Viele Jahre lang war ich unter psychiatrische und psychologische Behandlung. Ich arbeite nicht, mein Mann bezahlt mein Unterhalt. 
     Nach den Erlebnissen der Kriegs- und Besatzungszeit ist mir ständige Angst, Trauma, Abscheu und Furcht vor den Deutschen geblieben. Ich kann sogar nicht ohne Herzklopfen die deutsche Sprache hören. (...) Ich werde nie DDR oder BRD besuchen. (...)

 

 

 

        

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