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Bericht von Małgorzata Stępińska-Winckler


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     Um den 8. September holten mich meine Eltern von der Krankenstation ab. Nach der Kapitulation der Aufständischen verließen wir Warschau am 4. Oktober. Ich war fast vollkommen gesund, nur die Oberhaut schälte sich auf dem ganzen Körper.
     Wir verließen die Stadt über die Straßen Lwowska, 6. Sierpnia (6. August), Filtrowa und über den Narutowicza-Platz bis zum Dworzec Zachodni (Westbahnhof). Wir wurden zu einem der Bahnsteige gebracht.
     Die Menschen redeten untereinander davon, dass im Lager in Pruszkow die Männer von den Familien getrennt und nach Deutschland gebracht und die Frauen und Kinder freigelassen werden. Nach kurzer Familienberatung entschloss sich der Vater, auf einen benachbarten Bahnsteig zu springen und sich unter eine Gruppe von Männern zu mischen, die von den Deutschen aus der Umgebung von Warschau zu Aufräumungsarbeiten in die Stadt gebracht wurden. Jetzt am Nachmittag warteten sie auf einen Zug, der sie nach Hause zurückbringen sollte. Sie wurden von einem alten Deutschen in Uniform und mit Gewehr bewacht. Wir hatten ausgemacht, dass wir uns bei unseren Verwandten in Radom treffen würden. Als der Deutsche zum Bahnsteigende ging, schloss sich der Vater schnell der Gruppe von Arbeitern an.
     Eine Weile später setzte sich unser Zug in Bewegung und brachte uns zu einem Übergangslager in Pruszkow. Die Nacht verbrachten wir in einer großen, leeren Fabrikhalle, auf der Seitenwand eines Güterwaggons, die auf dem Zementfußboden lag.

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  Das Projekt ist vom Museum der Stadt Warschau in der Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv der Stadt Warschau und der deutschen Stiftung niederschsischen Gedenkstätten realiziert