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Bericht von Konrad Zienkiewicz


Im August 1944 war ich 13 Jahre alt und wohnte mit meiner Mutter und meinem 5 Jahre älterem Bruder in der Ojcowska Straße 89. Die Deutschen nahmen Sadyba am 2. September durch einen konzentrierten Angriff aus den Stadteilen Siekierki, Ursynów und Wilanów ein. Zur Unterstützung des letzten Angriffs gab es auch Panzer. (...) Aus der Richtung Wilanów griffen Wehrmachteinheiten an. Direkt nach der Einnahme einzelner Häuser forderte man Zivilisten auf, die Häuser zu verlassen (sie durften nichts mitnehmen) und in die Richtung Wilanów zu gehen. Die Zivilisten wurden noch während der Schießerei und des Kampfes um weitere Häuser vertrieben. Mein Bruder und Nachbar (junge Männer) blieben unter einem Kokslager in einem nach dem Projekt meiner Mutter schlau konstruierten Versteck.
Wir gingen fort und diesen Tag und Nacht verbrachten wir in einem zufälligen Haus. Mein Bruder mit dem Nachbar blieben bis zum Abend im Versteck und gingen ohne Hindernisse nach Wilanów. Wir trafen uns am nächsten Tag und kehrten nach Hause zurück. Das Haus wurde durch einige Panzergeschoße (75 mm)  beschädigt und einiges wurde schon von dort gestohlen.
Nur einige Menschen kehrten in ihre Häuser zurück. Ich weiß nicht, warum. Auf jeden Fall standen die meisten Häuser - über 90 Prozent - leer. Die deutschen Truppen gingen vorwärts und nur in einem Sozialhaus in der Okrężna Straße 1/3 stationierte eine kleine Wehrmachteinheit. Ihr Kommandeur stellte meiner Mutter eine Erlaubnis aus, in ihrem eigenen Haus zu wohnen. (...)
Unsere "ruhige Existenz" endete plötzlich am 4. November. An diesem Tag kam eine Einheit der Feldgendarmerie - sie trugen charakteristische Blechabzeichen in Form eines Halbmondes - und forderten uns auf, das Haus zu verlassen. Wir durften nur das mitnehmen, was wir tragen konnten.
Unsere vorige Erlaubnis wurde ignoriert. Mit dem geretteten Gut beluden wir einen alten Kinderwagen. Wir mussten draußen zwischen den Straßen Ojcowska und Morszyńska, also direkt vor unserem Haus warten. Sobald wir die Häuser verlassen hatten, wurden Zündgranaten hineingeworfen. Sie gingen von Haus zu Haus, in dem sie sie systematisch verbrannten sie und Menschen vertrieben. Aus ganz Sadyba wurden 30 bis 50 Personen gesammelt. Von Gendarmen umzingelt, mussten wir die Brandstellen tatenlos beobachten. Zu Hause brannte alles, was wir gesammelt hatten - kostbare Bücher und Kartoffeln, unsere Möbel und Gemüse... Unser Haus brannte. Über dem Haus explodierten Feuerwerks gesammelter und versteckter Munition. Zwischen erlöschenden Brandstätten wurden wir nach Wilanów geführt.

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Zusätzliche Dokumente
         
   
   

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  Das Projekt ist vom Museum der Stadt Warschau in der Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv der Stadt Warschau und der deutschen Stiftung niederschsischen Gedenkstätten realiziert