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Bericht von Maria Jolanta Auleytner


  ARCHIV DES VERBANDES DER PFANDFINDERWIDERSTANDSBEWEGUNG
"SZARE SZEREGI" (?Graue Reihen")

Daten:

Maria Jolanta Auleytner geb. Lepszy
Tochter von Leonard und  Zofia geb. Mańkowska
Geboren am 6.06.1931 in Lemberg

     [...] Ich wollte sofort nach Hause gehen, aber Mutter von Hania hielt mich auf und sagte, daß das zu gefährlich ist. Es stellte sich heraus, daß das Rathaus in dieser Zeit eine Bastei der Aufständischen war und es ringsherum die Deutschen gab und die Schiesserei schon begann.  Und so blieb ich, gemeinsam mit der Familie Dawidowicz, in der Altstadt, fast bis zum Ende der Kämpfen. Kurz vor der Altstadtkapitulation traff ich Bekannten meiner Eltern, Familie Sołłowij, mit der ich die Altstadt nach der Kapitulation verließ. (Später, als ich schon in Krakau war, traff ich Herrn Dawidowicz auf der Straße und erfuhr, daß sie alle überlebten und  sich in Milanówek aufhielten).
     Die Deutschen trieben uns (den ganzen unendlichen Menschenfluß) bis zum Lager in Pruszków, wo ich ca. 2 Wochen verbrachte. Während der Selektion, die die Deutschen durchführten, wurde ich von der Familie Sołłowij getrennt und zum Transport ins Reich, zur Zwangsarbeit bestimmt.
     Als wir nach Lodz kamen, kampierten wir auf dem Bahnsteig, auf den weiteren Transport nach Deutschland wartend. Am Mittag verteilte PCK (das Polnische Rote Kreuz) die Suppe. Eine Frau, die sie einschenkte, fragte mich: wie alt ich bin und ob ich hier mit der Familie bin? Ich antwortete, daß ich 13 Jahre alt und allein bin. Dann zeigte sie mir einen Transport auf dem benachbarten Bahnsteig, der ins Reich durch Versehen geschickt wurde und in das GG (Generalgouvernement) zurückfahren sollte. Nach einer Zeit gelang es mir unbemerkt zu dem anderen Transport überzuspringen. Als wir die Reich - GG Grenze passierten, wurden wir in Koluszki frei gelassen. 
     Eine Frau nahm mich zu einem naheligenden Landgut in Rogowo mit. Nach einigen Tagen informierte mich dieselbe Frau, daß sie nach Krakau fährt und fragte mich, was ich vorhabe? Ich erwiederte ihr, daß ich in Krakau einen Onkel habe, aber ich kein Geld für die Fahrkarte habe. Sie nahm mich also mit. Und auf diese Art und Weise landete ich in Krakau bei meinem Onkel, einem Historiker, dem späteren Rektor von Jagiellonen Universität -  Kazimierz Lepszy.
     Ich wurde schon am 5 X 1944 bei RGO (Haupthilfsrat) beschäftigt, wo ich geschenkte Kleidung sortierte. Gleichzietig besuchte ich die erste Klasse des Geheimgymnasiums.  Nach der Kapitulation der Deutschen wurde ich automatisch dem IX. Staatlichen Wroński Gymnasium in Krakau zugeteilt, weil  die Lehrer aus der Geheimschule gerade dort ihre Arbeit aufnahmen. Die II. Gymnasiumklasse absolwierte ich im Jahre 1946 in Jedlicz, Kreis Krosno, wo ich ein Jahr lang bei meiner Tante Maria Borowicz wohnte. Nach einem Jahr kehrte ich nach Krakau zurück, wo ich im Jahre 1951 Abitur  im Lizeum der Kleidungindustrie machte.  Im Jahre 1972 schloß ich ein Fernkursus für Bibliothekswesen in Warschau ab.
     1945 gehörte ich ein Jahr lang zu der Pfadfindergruppe bei dem Wroński Gymnasium. Nachher, im Jahre 1948 trat ich dem Pfadfinder Sportklub in Krakau bei.
     Nach der Abitur arbeitete ich bis 1953 in der Woiwodschafts-komission fűr Wirtschaftsplanung in Krakau und danach bis 1956 im Bahnunternehmen fűr Ladungarbeiten.  [...]

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