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Bericht von Teresa Różycka


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In Zieleniak fing meine Mutter ihre Tarnungshandlungen an: sie verunstaltete alle jungen Nachbarinnen, sie charakterisierte sie so, dass sie wie hässliche alte Frauen aussahen. Immer, wenn einer der ukrainischen Soldaten zu uns kam, rief sie unseren ukrainischen Nachbar und bat: "Sprechen Sie ihn bitte an und bringen ihn weg." Am nächsten Tag kamen wir - von den Deutschen überwacht - nach Pruszków an. Unterwegs lagen am Sterben ältere Frauen, unter anderem die Mutter unseres Nachbars, aber die Deutschen passten auf und es gab nicht mal eine Möglichkeit, ihnen zumindest Wasser zu geben. Pruszków - eine große Halle, Menschen aneinander gequetscht. Dort verbrachten wir auch einen Tag. Meine Mutter wollte nach etwas zum Essen suchen und borgte sich bei einem Bekannten einen Topf - sie versprach ihm, diesen wertvollen Gegenstand so schnell wie möglich zurück zu bringen: sobald sie den Kindern das Essen gab.  Während sie nach einem Suppenkessel suchte, traf sie auf eine Krankenschwester, die uns sofort nach Milanówek transportieren konnte. Meine Mutter lief weg, um den Topf zurück zu bringen, aber als sie wieder kam, war diese Krankenschwester nicht mehr da. Sie hat eine andere Frau mit Kindern genommen. In dieser Situation entschied sich meine Mutter, auf eigene Faust nach einer Möglichkeit zu suchen. Das Lager zu verlassen. Wir gingen entlang den Gleisen. Es wurde gesagt, die Deutschen sollten nachts die Menschen mit den Zügen nach Łódź bringen. Wir fanden einen Güterzug, in dem viele Menschen saßen, die hofften, dass der Zug nach Łódź fahren würde. Wir stiegen ein. Nach einigen Stunden verschlossen die Deutschen die Türe und der Zug startete. Als wir an Łódź vorbei gefahren waren, rissen die Männer aus unserem Wagen Bretter aus der Wand; aber nur wenige von ihnen sprangen.

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  Das Projekt ist vom Museum der Stadt Warschau in der Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv der Stadt Warschau und der deutschen Stiftung niederschsischen Gedenkstätten realiziert